Alex: das Wort zum „Teambuilding“

ALEX:

Hallo zusammen. Endlich komme auch ich dazu, meine Erlebnisse und Erfahrungen mit euch zu teilen. Es ist nicht so einfach dem hinzuzufügen, was Irina bereits mit größter Sorgfalt und viel Liebe euch erzählt. Aber auch ich kann nicht überall mithalten 🙂

Also anfangen möchte ich bei den Events, die sich in der Hella Welt ereignen und zu denen meine Familie nur einen eingeschränkten Zugang hat. Ich spreche also von einigen Betriebsfeiern, wie man das auf gut deutsch sagen würde, hier jedoch unzählige Begriffe verwendet werden, wie „teambuilding“, „outing“, „annual leave party“ und ähnliches.  Aber auch hier hat Irina in der Zwischenzeit nachgebessert und bei der letzten Party ihre Dienste als Fotografin angeboten…. aber dazu mal später. Nun gut, genug gequasselt, los geht es mit dem ersten Ausgeh-Abend.

 

Kaum war ich in Nanjing hat schon mein neuer Kollege angekündigt, dass es demnächst ein Teambuilding gibt. Also sind wir bereits in der zweiten Woche meines Daseins in Nanjing ausgegangen. Es ging los direkt nach dem Feierabend, den viele Kollegen besonders pünktlich wahrnehmen. Da die meisten meiner Kollegen kein Auto haben und auf einem mit Elektromotor angetriebenen Roller, so genannten E-Bike mobil sind, wurde ich auf meinem neuen Mountainbike von gut fünf Rollern zum ausgesuchten Lokal begleitet. Ich durfte zu meinem Stolz feststellen, dass ich nicht viel langsamer mit meinem urantrieb Unterwegs war, als Kollegen mit deren abgas- und geräuschfreien Rollern. Bei der Ankunft habe ich festgestellt, dass der weibliche Teil unseren Gruppe samt Gruppenleiter vom stolzen Besitzer eines Geländewagens aus Indien herangefahren wurde. Nun gut, wer hat’s der hat’s. 

Das Gute an dem Laden war, er war keine 7 Minuten von unserem neuen zu Hause entfernt, so dass ich im Notfall auch sicher heimfinden könnte.

Ich denke auch dieser Umstand hat bei der Auswahl des Lokals für meine neuen Kollegen eine Rolle gespielt. Chinesen sind hervorragende Gastgeber und es ist keine personenbezogene Erfahrung.

Wir gingen geschlossen eine Treppe hoch, auch wenn ich persönlich den im Erdgeschoß stattfindenden Trouble und Wirbel viel spannender fand. Da kamen wir in einen Raum mit zwei runden Tischen. Der eine Tisch war bereits von einer ähnlich großen Herren-Mannschaft belegt. Wir ließen uns beim freien Tisch nieder.  Ich habe bereits im Vorfeld einiges Über die Art und Weise wie die Chinesen feiern, bzw. essen gelesen und war etwas gespannt, sogar angespannt, muss ich wohl zugeben:-) Vielleicht hätte ich weniger lesen müssen, dann wäre ich bestimmt lockerer drauf.

 

Es sollte ja sogar die Sitzordnung eine Rolle spielen. Der Gastgeber sozusagen sitzt mit dem Gesicht zur  Tür um das Geschehen im Auge zu behalten, und dann dem Rang nach sitzen die wichtigsten ihm nahe und der Rest halt weiter.  Ich ließ mich einweisen und gab nicht zu bemerken, dass ich etwas enttäuscht darüber war, eigentlich zum „Rest“ zu gehören, d.h. als letzter von den Jungs  und am weitesten vom  Gruppenleiter zu sitzen.   Aber es hatte auch  Vorteile, denn neben mir saß ein Mädel und ich ließ mich gerne bedienen, da mein Umgang mit den Essstäbchen nach einer Woche Übung noch zu wünschen übrig ließ…..

 

Und dann wurde nach besten Sitten serviert. Was genau kann ich nicht mehr sagen, weiß nur noch dass es gut schmeckte, teilweise sehr scharf und auf jeden Fall sehr viel war. Nach einer Weile hat der Gruppenleiter das erste Glas Bier zum zuprosten gehoben. Ok, nach deutschen Verhältnissen eher ein Gläschen als ein Glas und Bier kann man es bei weniger als 3 Umdrehungen nur nennen, wenn man eher großzügig ist. Aber es schmeckt nicht schlecht und steigt nicht so schnell in  den Kopf.

 

Anschließend hat man angefangen der Reihe nach dem Gruppenleiter zuzuprosten…. Dann alle gegenseitig. Dabei achtete mein Sitznachbar von rechts stets drauf dass mein Glass gut gefüllt bleibt. Ich musste den Spieß umkehren und drauf achten, dass auch er nicht zu kurz kommt. Die Strategie ist aufgegangen, sein Eifer war vergangen. Das eine hat mich beruhigt: am dem ersten Tisch saß immer noch die Männergesellschaft und diese prostete sich mit dem Reisschnaps(Bei Jou, bedeutet weißer Alkohol) gegenseitig zu, serviert in den gleichen Gläschen von 100 ml, aus denen wir das Bier tranken.

 

Nichts desto trotz hatten wir unseren Spaß gehabt und noch bevor alles aufgegessen wurde sind wir aufgebrochen. Es wurde vorgeschlagen weiter zu ziehen um Karten zu spielen. Um mich nicht bloß zustellen, wurde „UNO“ ausgesucht.  Man hat schon im Vorfeld in Erfahrung gebracht dass ich des Spiels mächtig bin 🙂  Es war also im Großen und Ganzen ein  gelungener Abend an dem ich meine erste Erfahrungen bei dem Team-Bildung gesammelt habe und unser Stammlokal für die Zukunft kennengelernt habe. Später wird es von unseren Kids auf den Namen „chicken-chicken“ getauft.  

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