eine spontane “Hochzeitstag-Reise”:-) – Tag 2

ALEX:

Morgens hieß es als erstes für uns: eine Verstärkung beim Frühstück holen. Das überwiegend chinesische Buffet fiel im Vergleich zum Ambiente  eher sehr bescheiden aus. Aber wir wurden satt. Interessant war zu beobachten, wie am Nachbartisch ein Gast sich bemühte die Butter mit Essstäbchen aufs Croissant zu schmieren. Wir waren da weniger geduldig und baten die Bedienung um das westliche Besteck 🙂 Das wurde dann  irgendwo aus dem unteren Schränkchen rausgeholt und uns in die Hand gedrückt. Als unsere Oksana, Tim und Andreas erschienen und nach gleichen „Hilfsmitteln“ fragten, wurde es denen zu doof und sie legten ein paar Bestecke frei an der Theke aus 🙂

Oksana schwärmte von dem traumhaften Wetter, das sie am Vorabend  angetroffen haben und bei sommerlichen 25°C mit einem Abendessen im Freien  den Abend abschlossen. Leider war der Wetterfrosch uns gegenüber heute nicht so gut besonnen und versprach uns recht kühle 10 bis 15 Grad.

Wir ließen uns nicht entmutigen und haben kurz darauf bereits unser erstes Tagesziel angepeilt. Andreas und ich setzten unsere Familien ins Taxi, wir selbst wollten uns  einen kurzen Spaziergang nicht „entgehen“ lassen 🙂 Auf der Karte schien uns die Entfernung recht kurz und so machten wir uns auf den Weg, durch die unbekannte Stadt. Wir gingen durch die Innenstadt. Erwischten dabei ein paar Strassen, an denen nur Essenslokale waren. Die Vorbereitungen zum Mittagstisch waren in vollem Gange und wir sahen vor jedem Lokal Menschen, die Fisch säuberten und diverse Meeresfrüchte tischgerecht zubereiteten. Natürlich wurden die Reste direkt auf die Strasse geworfen und  nicht weit von dem Geschehen  gesammelt.

Weg von dem Menschengetümmel kamen wir langsam aber sicher zum Tempel „Nan Putuo Si“, einer der größten und prächtigsten Tempelanlagen in ganz China. Die drei großen Hallen bergen zahlreiche buddhistische Statuen und die Anlage an sich ist gigantisch angelegt. Trotz der Größe haben unsere Frauen es geschafft das meiste zu sehen, in der Zeit die wir mit Andreas für den „kurzen“ Weg benötigt haben…..

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Nach dem wir uns die Anlage angeschaut hatten, sind wir in die Innenstadt zurückgekehrt und haben uns auf die Suche nach einer Essmöglichkeit gemacht. Es war bereits nach zwei Uhr, so dass die meisten Chinesen ihre Mahlzeit schon hinter sich hatten und es uns Schwierigkeiten bereitete was zu finden, bis wir schließlich in einem Hinterhof auf ein sehr nettes Lokal gestoßen sind. Mit unseren „fortschrittlichen“ Sprachkenntnissen bestellten wir was zu essen, ohne dabei auf eine Bilder-Speisekarte angewiesen zu sein. Diesmal konnten sie unsere Brocken von „Hoch-Chinesisch“ auch verstehen und servierten uns mit Liebe zubereiteten Gerichte. Wie oft zu treffen, war es ein nettes Familienlokal. Die Frau nahm die Bestellung entgegen, der Mann war fleißig in der Küche, die direkt im hinterem Raum zu finden war und die Oma hat auf den kleinen Enkel aufgepasst. Als unsere Kinder fertig waren, lange vor uns natürlich:-) und sich am Tisch langweilten, übernahm die gute Frau auch den kleinen Tim, dem auch unsere Kids folgten. Das nennt man All-Inclusive 🙂
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Der Tag war angebrochen und so nutzen wir doch das recht angenehme Wetter zum Spaziergang zum Zhongshan Park (Mittelberg Park) und genossen dabei die wunderbaren +15 Grad bei Sonnenschein (in Nanjing waren es gerade mal +5°C). 130302_coll24ps

immer wieder aucf chinesischen Straßen anzutreffen: Leute in Pyjamas...für Chinesen nichts besonderes...fast selbstverständlich

immer wieder auf chinesischen Straßen anzutreffen:
Leute in Pyjamas…für Chinesen nichts besonderes…fast selbstverständlich

 

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Der Park brachte keine großartigen Überraschungen,  aber war ein sehr netter Platz um sich von der Stadt zu erholen. Vom Zurückziehen konnte zwar nicht die Rede sein. Genauso wie in Nanjing und in jeder anderen chinesischen Stadt ziehen die Parks sehr viele Menschen an. Und wenn kein Einrittsgeld verlangt wird umso mehr.  130302_coll27ps

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Wenn auf einem freien Platz sich viele Menschen versammeln (überwiegend sind es Damen und Herren im Alter 40+) werden mit Sicherheit diverse gymnastische Übungen zusammen ausgeführt. Die Dehnung wird dabei nicht vernachlässigt.

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Direkt nebenan im Schatten waren die Denker und Logiker bei diversen Gesellschaftsspielen zu Gange: chinesisches Schach, Karten usw. Zwischen den Bäumen breitete sich eine Heiratsbörse aus, organisiert von den besorgten Eltern. Es wurden ein paar Leinen aufgezogen und daran die Datenblätter der Kandidaten ausgehangen: wie die Socken an der Wäscheleine 🙂 Auch wenn man der Sprache nicht mächtig ist, bekam man die Emotionen und heiße Diskussionen der Verhandlungspartner direkt mit. Das Witzige daran: die Betroffenen, die heiratsfähige  Generation, waren weit und breit nicht zu sehen. Alles wird für sie im Vorfeld entschieden.

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Die Kids nutzen unsere Pause aus, um Verstecken und Fangen zu spielen. Papa durfte dabei auch nicht fehlen, sonst wäre es ja langweilig 🙂

Etwas müde kehrten wir ins Hotel zurück. Nach einer Erholung gingen wir wieder raus zum Abendessen.

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Wir trauten uns diesmal in einen der vielen Fischlokale, wo das „noch lebendige Essen“ in diversen Behältern auf der Strasse ausgelegt wird und auf die hungrigen Kunden wartet. Wir saßen im ersten Obergeschoß wo insgesamt nur 2 Esstische standen und ein Sofa auf dem ein paar junge Männer (ob Angestellte oder Mitglieder der Familie, konnten wir nicht rausfinden) sich auf dem Sofa platzten und Fern schauten. Wir bekamen auch eine herrliche Aussicht auf ein Balkon, auf dem Wäsche zum Trocknen aushing. Die Balkontür ging  immer wieder auf und die kalte Abendluft zog ins Innere, was und wenig  Vergnügen bereitete. Da mussten wir uns zu helfen wissen: mit einem Besenstiel und einem freistehenden Stuhl klemmten wir die Tür ein. Die Frau, die etwas später nach ihrer Wäsche Ausschau hielt, schaute erst etwas verdutzt auf unsere Lösung, akzeptierte diese aber J

Das Essen an sich war nichts außergewöhnliches, bis auf den Wucherpreis für den Fisch. Demnach sollte es wohl aus Australien oder Europa angeflogen worden sein und nicht aus dem naheliegendem Meer(wer aufgepasst hat, weiß immer noch, dass Xiamen eine Küstenstadt ist 🙂 )

Auf dem Rückweg unternahmen wir einen Verdauungsspaziergang. Dabei haben wir uns etwas verlaufen und sind die letzen hundert Meter durch die chinesischen „Slams“ (Hutongs) gelaufen.

 

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